{"id":507,"date":"2016-01-25T10:44:05","date_gmt":"2016-01-25T09:44:05","guid":{"rendered":"http:\/\/german-book-translator.de\/?p=507"},"modified":"2016-01-25T10:44:05","modified_gmt":"2016-01-25T09:44:05","slug":"wie-hoch-ist-dein-sub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wie-hoch-ist-dein-sub\/","title":{"rendered":"Wie hoch ist dein SuB?"},"content":{"rendered":"<p><em>Literatur\u00fcbersetzer sind begeisterte J\u00e4ger und Sammler wunderbarer B\u00fccher. Und es gibt weitaus mehr verlockende Titel, als irgendein Mensch lesen kann. Auf der letzten Frankfurter Buchmesse verglichen wir in der \u00dcbersetzerrunde im Weltempfang spontan die H\u00f6he der Stapel unserer ungelesener B\u00fccher (SuB), die sehns\u00fcchtig darauf harren, endlich ihrer Bestimmung nachzukommen.<\/em><\/p>\n<p>Meinen Stapel fand ich damals vergleichsweise akzeptabel \u2013 deshalb durfte er nach der Buchmesse erneut um etliche Exemplare\u00a0anwachsen. Aktuell misst er noch 58 Zentimeter, denn \u00fcber Weihnachten ist er trotz hoch interessantem Nachschub um stolze\u00a015 Zentimeter geschrumpft.<\/p>\n<div id=\"attachment_508\" style=\"width: 2826px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/german-book-translator.de\/index.php\/wie-hoch-ist-dein-sub\/sub2\/\" rel=\"attachment wp-att-508\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-508\" class=\"size-full wp-image-508\" src=\"http:\/\/german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/SuB2.jpg\" alt=\"Mein Stapel ungelesener B\u00fccher, Januar 2016\" width=\"2816\" height=\"2112\" srcset=\"https:\/\/www.german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/SuB2.jpg 2816w, https:\/\/www.german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/SuB2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/SuB2-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/SuB2-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2816px) 100vw, 2816px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-508\" class=\"wp-caption-text\">Mein Stapel ungelesener B\u00fccher, Januar 2016<\/p><\/div>\n<h3>Frisch gelesen<\/h3>\n<p>Alle B\u00fccher auf dem Stapel \u201efrisch gelesen\u201c (rechts im Bild) sind lesenswert, und alle sind \u00dcbersetzungen, die nicht aus meinen Arbeitssprachen stammen: <!--more-->Zwei Erz\u00e4hlungen der Teheraner Schriftstellerin Fariba Vafi, Rafik Schamis \u201eSophia\u201c (eine prall verwobene Geschichte von Liebe, Selbstbestimmung und der Suche nach eigenen Lebenswegen, in der sich die Entwicklungen der syrischen Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten widerspiegeln), \u201eDie Regenbogentruppe\u201c von Andrea Hirata (ein Bestseller aus Indonesien, Gastland der letzten Buchmesse, der unsere innerdeutschen Bildungsdebatten unvermittelt in ein ganz neues Licht r\u00fcckt) und ganz obenauf <a href=\"http:\/\/www.ullsteinbuchverlage.de\/nc\/buch\/details\/ich-heisse-nicht-miriam-9783471351284.html\" target=\"_blank\">\u201eIch hei\u00dfe nicht Miriam\u201c<\/a> von der schwedischen Autorin Majgull Axelsson. Dieses Buch hat mich am meisten ber\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Lesetipp: \u201eIch hei\u00dfe nicht Miriam\u201c<\/h3>\n<p>Miriam lebt in Schweden, hat in ihrer Jugend zwei deutsche Konzentrationslager \u00fcberlebt und bekommt zum 85. Geburtstag ein Armband mit ihrem Namen geschenkt. Da rutscht ihr spontan dieser Satz heraus: \u201eIch hei\u00dfe nicht Miriam.\u201c Doch die alte Dame ist keineswegs auf dem Weg in die Demenz, sondern stellt sich an diesem Tag mit zunehmender Entschlossenheit ihrem lange\u00a0geh\u00fcteten Geheimnis: Sie ist keine J\u00fcdin, sondern eine Roma, die einst Malika hie\u00df. Angesichts des weiter schwelenden Rassismus\u2018 in Europa auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat sie die L\u00fcge, die ihr den Neuanfang in Schweden erm\u00f6glichte, niemals aufgekl\u00e4rt.<\/p>\n<blockquote><p>Nur einen Bruchteil ihrer Geschichte gibt Miriam gegen\u00fcber ihren Angeh\u00f6rigen preis.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die 570 Seiten kann man unm\u00f6glich in einem Rutsch durchlesen. Immer wieder habe ich den Roman beiseitegelegt. Wie Miriam\/Malika die fest verrammelten T\u00fcren ihrer Erinnerung aufst\u00f6\u00dft, ist schwer zu verdauen, ihre Schlussfolgerungen und Reaktionen ebenso. Nur einen Bruchteil ihrer Geschichte gibt sie w\u00e4hrend dieses Prozesses gegen\u00fcber ihren Angeh\u00f6rigen preis.<\/p>\n<p>Die Aktualit\u00e4t ist gerade in diesem Winter, in dem in Deutschland \u00fcber Fl\u00fcchtlingskrise und Integration debattiert wird, ersch\u00fctternd. Als Leser bekommt man einen Eindruck davon, wie kompliziert\u00a0ein Neuanfang f\u00fcr traumatisierte, verfolgte Menschen ist. Wie leicht scheinbar harmlose Gesten unvermittelt einen Flashback ausl\u00f6sen k\u00f6nnen und auch, warum ein heimatloser Mensch wom\u00f6glich dem Frieden nicht traut und mittels L\u00fcgen die eigene Herkunft verschleiert. (Lesenswert zum Thema ist auch der Artikel von Cordula von Denkowski, <a href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/news\/das-trauma-nach-der-flucht\/1369633\" target=\"_blank\">\u201eDas Trauma nach der Flucht\u201c<\/a>, auf spektrum.de vom 6.10.2015.)<\/p>\n<blockquote><p>Die Aktualit\u00e4t ist gerade in diesem Winter, in dem in Deutschland \u00fcber Fl\u00fcchtlingskrise und Integration debattiert wird, ersch\u00fctternd.<\/p><\/blockquote>\n<p>Danke, Christel Hildebrandt, f\u00fcr die \u00dcbersetzung. Da ich kein Schwedisch beherrsche, kann ich \u00fcber richtig und falsch nicht urteilen. Ich war jedoch fasziniert von der der sprachlichen Gestaltung, die extrem unterschiedliche Situationen zum Leben erweckte und\u00a0schier\u00a0Unertr\u00e4gliches lesbar machte. Das war bei diesem\u00a0Thema sicher nicht einfach. Zugleich weckte nicht zuletzt die sprachliche Form\u00a0meine Neugier\u00a0auf weitere B\u00fccher von Majgull Axelsson. Dieses spezielle\u00a0Buch \u00fcber weibliche Erfahrungen mit Rassismus und Entwurzelung werde ich sicher mehrfach verschenken.<\/p>\n<h3>Und mein SuB-Stapel?<\/h3>\n<p>Dem SuB-Stapel (links im Bild) habe ich nach dem ergiebigen weihnachtlichen Lesemarathon ein Verfallsdatum verpasst: Bis Oktober 2016 (n\u00e4chste Frankfurter Buchmesse) sollte er sich mindestens halbiert haben. Aktuell umfasst er 13 Romane (weitgehend im unteren Teil, weil ich zum Messen mehrere Stapel aufeinander gepackt habe), ein zweisprachiges Bilderbuch (bisher nur halb gelesen, n\u00e4mlich nur den deutschen Text) und zehn Sachb\u00fccher (immerhin schon teilweise angelesen). Klarer Entschluss: Keine Wochenendarbeit und p\u00fcnktlich Feierabend machen!<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Jahr pl\u00e4diere ich f\u00fcr eine Weihnachtsauszeit nach isl\u00e4ndischer Tradition. Dort erscheinen neue B\u00fccher angeblich bevorzugt in der Adventszeit. Weihnachten schenkt man sich gegenseitig B\u00fccher und zieht sich anschlie\u00dfend zum Lesen gepflegt ins Bett zur\u00fcck. Himmlisch!<\/p>\n<p><em>Wie hoch ist dein SuB? Was f\u00fcr Sch\u00e4tze verstecken sich darin, und mit welchen Strategien pflegst du ihn? Ich freue mich \u00fcber Feedback und neue Anregungen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Literatur\u00fcbersetzer sind begeisterte J\u00e4ger und Sammler wunderbarer B\u00fccher. Und es gibt weitaus mehr verlockende Titel, als irgendein Mensch lesen kann. Auf der letzten Frankfurter Buchmesse verglichen wir in der \u00dcbersetzerrunde im Weltempfang spontan die H\u00f6he der Stapel unserer ungelesener B\u00fccher (SuB), die sehns\u00fcchtig darauf harren, endlich ihrer Bestimmung nachzukommen. Meinen Stapel fand ich damals vergleichsweise [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,80],"tags":[22,11,12,26,17,24,6,27],"class_list":["post-507","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-lesetipp","tag-20-jahrhundert","tag-frau","tag-gelesen","tag-literaturubersetzer","tag-persisch","tag-roman","tag-sachbuch","tag-tipp"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/507","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=507"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/507\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":512,"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/507\/revisions\/512"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=507"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=507"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=507"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}