{"id":313,"date":"2013-10-27T12:23:50","date_gmt":"2013-10-27T11:23:50","guid":{"rendered":"http:\/\/german-book-translator.de\/?p=313"},"modified":"2013-10-27T12:23:50","modified_gmt":"2013-10-27T11:23:50","slug":"uebersetzerkonferenz-trikonf-2013-mensch-und-maschine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/uebersetzerkonferenz-trikonf-2013-mensch-und-maschine\/","title":{"rendered":"\u00dcbersetzerkonferenz TriKonf 2013: &#8222;Mensch und Maschine&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Kann man \u00fcberhaupt noch jemandem raten, \u00dcbersetzer zu werden? \u00dcbersetzen Maschinen nicht zeitsparender, kosteng\u00fcnstiger und in ausreichender Qualit\u00e4t? Wie kann ich meine Arbeitsweise weiter verbessern, um konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben?<\/em><\/p>\n<p>Als <strong>\u00dcbersetzerin f\u00fcr Medizin und Literatur<\/strong> wollte ich wissen, wohin die Reise geht und wozu die \u00dcbersetzungsmaschinen inzwischen f\u00e4hig sind. Also fuhr ich vom 18. bis 20. Oktober drei Tage nach Freiburg im Breisgau zur <strong><a title=\"deutschsprachige Homepage TriKonf\" href=\"http:\/\/trikonf-de.com\/\" target=\"_blank\">TriKonf 2013<\/a>,\u00a0<\/strong>der ersten <strong>trinationalen \u00dcbersetzerkonferenz<\/strong>\u00a0dieser Art im Drei-L\u00e4nder-Eck Deutschland \/ Frankreich \/ Schweiz, die zugleich dreisprachig lief: <strong>Franz\u00f6sisch, Englisch, Deutsch<\/strong>. Wobei diese Sprachen f\u00fcr viele Teilnehmer lediglich die Arbeitssprachen waren.<\/p>\n<h3>Der Sinn und Zweck einer \u00dcbersetzerkonferenz<\/h3>\n<div id=\"attachment_315\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Trikonf20134.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-315\" class=\" wp-image-315  \" title=\"Fortbildung TriKonf 2013: Networking Dinner\" alt=\"TriKonf 2013; Copyright by Anne Diamantidis\" src=\"http:\/\/german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Trikonf20134.jpg\" width=\"250\" height=\"187\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-315\" class=\"wp-caption-text\">TriKonf 2013, Networking Night;<br \/>Copyright by Anne Diamantidis<\/p><\/div>\n<p>Eines vorweg: Gesch\u00e4fte kommen auf einer Konferenz in der Regel nicht unmittelbar zustande. Die Teilnehmer reisen aus aller Herren L\u00e4nder zum Lernen, zum Austauschen und insbesondere zum Netzwerken an.<\/p>\n<p>So gab es drei Tage lang reichlich Gelegenheit f\u00fcr pers\u00f6nlich und fachlich interessante Gespr\u00e4che. <!--more-->Mit einigen Kollegen habe ich Visitenkarten ausgetauscht, weil sich unser Fachwissen oder die Sprachkombination gut erg\u00e4nzen. Diese Karten habe ich mittlerweile gesichtet, mir die Gesichter ins Ged\u00e4chtnis gerufen und die Webseiten besucht.<\/p>\n<blockquote><p>Die pers\u00f6nliche Begegnung ist heute wom\u00f6glich wichtiger denn je.<\/p><\/blockquote>\n<p>Schlie\u00dflich rufen bei mir nicht immer nur Kunden an, f\u00fcr deren Anliegen ich die Richtige bin &#8211; die muss ich dann nicht in die W\u00fcste schicken, sondern kann sie an den passenden Spezialisten weiter verweisen. Das wirft auch auf mich ein gutes Licht.<\/p>\n<p>Oder ich \u00fcbernehme (bei meinen Sprachen) Koordination und den Vier-Augen-Anteil und erledige das Projekt mit handverlesenen Kollegen, wenn der Kunde einen deutschen Ansprechpartner vor Ort bevorzugt. Umgekehrt erinnert sich vielleicht einer dieser Kollegen bei passender Gelegenheit auch an mich und sagt: \u201eIch kenne eine, die das kann!\u201c<\/p>\n<p>Menschen sind Menschen, auch und gerade in Zeiten des Internets. Gesch\u00e4ftsbeziehungen haben viel mit Vertrauen zu tun. Was man gegenseitig voneinander erwarten kann, ist am leichtesten auszuloten, wenn man sich pers\u00f6nlich kennt &#8211; deshalb ist die pers\u00f6nliche Begegnung heute wom\u00f6glich wichtiger denn je.<\/p>\n<h3>&#8230; und die Kosten?<\/h3>\n<p>Mit <strong>Fr\u00fchbucherrabatt<\/strong> und <strong>Mitgliedsrabatt<\/strong> als Verbandsmitglied kostete die Teilnahme 2013 schlappe 360 Euro plus Hotelzimmer plus Fahrtkosten. Daf\u00fcr habe ich bekommen:<\/p>\n<p>1. Ein hoch interessantes <strong>Seminar<\/strong> zur provokanten Frage \u201eWie alignt man das Internet?\u201c <em>(Siegfried Armbruster, GxP)<\/em>, das bei der Terminologiesuche viel Trial &amp; Error ersparen kann. Zumindest beim passenden Thema und methodischem Vorgehen. Nicht jeder muss das Rad neu erfinden!<\/p>\n<p>2. Acht interessante <strong>Vortr\u00e4ge<\/strong>, die viele Fragen von <strong>Urheberrecht<\/strong> <em>(Anja Cruse: \u201eWem geh\u00f6rt das TM\u201c, Bericht folgt demn\u00e4chst),<\/em> \u00fcber Tipps und Tricks f\u00fcr die <strong>Terminologiearbeit<\/strong> und <strong>Formatierungsprobleme<\/strong> bis hin zur Frage \u201eWas wird heutzutage vom \u00dcbersetzer erwartet?\u201c und dem passenden <strong>Marketing<\/strong> (\u201eWie zeige ich anderen am besten, was ich alles Tolles f\u00fcr sie tun kann?\u201c) beantwortet haben. Es h\u00e4tten mehr sein k\u00f6nnen, aber ich pers\u00f6nlich brauche zwischendurch mal Zeit zum Denken und habe deshalb nicht alles genutzt.<\/p>\n<p>3. <strong>ToDo-Listen<\/strong> f\u00fcr meine Fortbildungsw\u00fcnsche im n\u00e4chsten Jahr, Blogthemen sowie Anregungen an die Verb\u00e4nde, die im Laufe der Tage entstanden.<\/p>\n<p>4. All die Gespr\u00e4che, in denen ich mein <strong>m\u00fcndliches Englisch auffrischen<\/strong> konnte (viele kleine Wissensbausteine so ganz nebenbei).<\/p>\n<p>5. Einen wundersch\u00f6nen <strong>Tagungsort<\/strong> mit sehr viel Flair und WLAN-Zugang, Pausengetr\u00e4nke, Snacks, ein Mittagessen, reibungslose Organisation voller Herzblut (danke, Anne Diamantidis, auch f\u00fcr das Foto).<\/p>\n<p>6. Neuen Stolz auf meinen Beruf und meine vielen engagierten, f\u00e4higen und erfolgreichen Kollegen.<\/p>\n<p>7. Jede Menge Vorfreude auf all die spannenden Projekte, die noch der \u00dcbersetzung harren, und Antworten auf die Frage:<\/p>\n<h3>Werden \u00dcbersetzer bald \u00fcberfl\u00fcssig?<\/h3>\n<p>Trotz aller technologischer Fortschritte werden menschliche \u00dcbersetzer nach aktuellem wissenschafltichem Erkenntnisstand <em>(Vortrag Professor Koehn, University of Edinburgh)<\/em> keineswegs \u00fcberfl\u00fcssig. Maschinen\u00fcbersetzungen k\u00f6nnen uns einen schnellen \u00dcberblick verschaffen. Sie k\u00f6nnen aus dem Rauschen des Internets Reizw\u00f6rter herausfiltern und dann einen Menschen pr\u00fcfen lassen, ob beispielsweise eine neue Seuche droht (spannender Ansatz der WHO). Sie k\u00f6nnen einen Hinweis geben, ob man auf der richtigen F\u00e4hrte ist oder welche Formulierung vielleicht gebr\u00e4uchlicher ist als eine andere.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_317\" style=\"width: 399px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Trikonf2013_IB-13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-317\" class=\" wp-image-317  \" title=\"Ausbeute TriKonf 2013\" alt=\"Trikonf2013_IB (13)\" src=\"http:\/\/german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Trikonf2013_IB-13.jpg\" width=\"389\" height=\"691\" srcset=\"https:\/\/www.german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Trikonf2013_IB-13.jpg 1080w, https:\/\/www.german-book-translator.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Trikonf2013_IB-13-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-317\" class=\"wp-caption-text\">Was man schwarz auf wei\u00df besitzt&#8230;<\/p><\/div>\n<p>Aber nur der Mensch kann feststellen, was bestimmte Worte im Kontext bedeuten oder was an einer bestimmten Stelle angemessen und somit &#8222;richtig&#8220; ist. Weil die lebendige Sprache im Fluss ist und in allen Sprachen st\u00e4ndig neue kreative Anpassungen stattfinden.<\/p>\n<p>Deshalb bin ich mit der Erkenntnis heimgefahren, dass unser Beruf zunehmend anspruchsvoller wird und noch mehr kulturelles Wissen, Fachkenntnisse und Spezialisierung verlangt als bisher schon.<\/p>\n<p>Als \u00dcbersetzerin bin ich mittlerweile auch ein Bindeglied zwischen dem Internet und der realen Welt: Ich muss die echte, lebendige Sprache in all ihren Facetten kennen und je nach Medium und Zweck korrekt einsetzen k\u00f6nnen. Also genau das, was ich an meinem Beruf liebe &#8211; perfekt!<\/p>\n<p>Das alles hatte eher um die Ecke mit Literatur\u00fcbersetzen zu tun, war aber trotzdem super wertvoll.<\/p>\n<p>Und das eine oder andere Buch habe ich nat\u00fcrlich auch erbeutet!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Als \u00dcbersetzerin bin ich ein Bindeglied zwischen dem Internet und der realen Welt.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann man \u00fcberhaupt noch jemandem raten, \u00dcbersetzer zu werden? \u00dcbersetzen Maschinen nicht zeitsparender, kosteng\u00fcnstiger und in ausreichender Qualit\u00e4t? Wie kann ich meine Arbeitsweise weiter verbessern, um konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben? Als \u00dcbersetzerin f\u00fcr Medizin und Literatur wollte ich wissen, wohin die Reise geht und wozu die \u00dcbersetzungsmaschinen inzwischen f\u00e4hig sind. 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