{"id":283,"date":"2013-09-04T13:23:02","date_gmt":"2013-09-04T12:23:02","guid":{"rendered":"http:\/\/german-book-translator.de\/?p=283"},"modified":"2013-09-04T13:25:39","modified_gmt":"2013-09-04T12:25:39","slug":"bucher-ubersetzen-teil-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/bucher-ubersetzen-teil-6\/","title":{"rendered":"B\u00fccher \u00fcbersetzen &#8211; Teil 6"},"content":{"rendered":"<p><em>Unter den knapp 80 000 Titeln, die 2012 in Erstauflage auf den Buchmarkt kamen, waren laut <a title=\"Meldung B\u00f6rsenblatt\" href=\"http:\/\/www.boersenblatt.net\/373296\/template\/bb_tpl_branchenzahlen\/\" target=\"_blank\">Meldung des B\u00f6rsenblatts des Deutschen Buchhandels<\/a> 10 862 \u00dcbersetzungen aus aller Herren L\u00e4nder.<\/em><\/p>\n<p>Diese \u00dcbersetzungen sind allen Unkenrufen zum Trotz in vielen F\u00e4llen f\u00fcr die Verlage lukrativ \u2013 nach einer <a title=\"Vd\u00dc zum \u00dcbersetzungsanteil\" href=\"http:\/\/literaturuebersetzer.de\/pages\/wissenswertes-archiv\/faq.htm\" target=\"_blank\">Meldung des Vd\u00dc<\/a> waren 2007 die H\u00e4lfte der Titel auf der Bestsellerliste \u00dcbersetzungen.<\/p>\n<h3>Teil 6: Finanzplanung<\/h3>\n<p>Mit dem, was wir Literatur\u00fcbersetzer \u00fcber Wochen bis Monate (oder im Einzelfall Jahre) im stillen K\u00e4mmerlein bearbeiten, wird am Ende also der Buchmarkt beliefert.<!--more--> Unsere \u00dcbersetzung ist Teil der Ware Buch (oder E-Book oder H\u00f6rbuch) und m\u00f6chte K\u00e4ufer finden. Aufgrund der Vorauswahl der Verleger bzw. Lektoren (die nur bei guter Sp\u00fcrnase ihren Job behalten) haben \u00dcbersetzungen h\u00e4ufig die Chance, ihre Kosten einzuspielen.<\/p>\n<blockquote><p>Tipp 16 f\u00fcr angehende Literatur\u00fcbersetzer:<br \/>\nWas du tust, hat nicht nur ideellen Wert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer neben Nahrung und Kleidung auch Miete, Kinder und Urlaub finanzieren m\u00f6chte, braucht ein angemessenes Honorar. Aber Vorsicht: Der Umsatz \u00fcber das \u00dcbersetzerhonorar ist noch lange nicht der Gewinn.<\/p>\n<h3>Sauber kalkulieren<\/h3>\n<p>Vom Honorar flie\u00dft bei Freiberuflern etwa ein Drittel in Form von Betriebskosten und Abschreibung umgehend in die \u201eFirma\u201c zur\u00fcck \u2013 Miete und Nebenkosten f\u00fcrs Arbeitszimmer, Anschaffungskosten f\u00fcr PC, Drucker, Software, Antivirenprogramme, Werbung &amp; Grafik (zum Beispiel Visitenkarten, Flyer, Webseite), Steuerberatungskosten, Fachliteratur, Telefon, Internet, Beitr\u00e4ge zu Berufsverb\u00e4nden, Fortbildungen und so weiter.<\/p>\n<p>Die Fachverb\u00e4nde publizieren immer wieder Beispielrechnungen, die zeigen, was alles in die Rechnung einflie\u00dft.<\/p>\n<h3>Steuern und Versicherungen<\/h3>\n<p>Neben der Umsatzsteuer (hoffentlich liegt ihr oberhalb der Grenze von 17 500 Euro!) und Vorsteuer (wer keine Steuern zahlt, verdient zu wenig) sind vor allem Krankenversicherung und Altersvorsorge ein dicker Batzen. Hier hilft die <a title=\"K\u00fcnstlersozialkasse Homepage\" href=\"http:\/\/www.kuenstlersozialkasse.de\/\" target=\"_blank\">KSK<\/a> (K\u00fcnstlersozialkasse): Wer den Gro\u00dfteil seines Einkommens (also mindestens 70 bis 80 Prozent) aus kreativen T\u00e4tigkeiten wie Literatur\u00fcbersetzen, Texten, Lektorat usw. erzielt, ist in der KSK Pflichtmitglied und muss sich daher dort anmelden.<\/p>\n<p>Das Nette daran: Die Verlage und sonstige Auftraggeber kreativer Leistungen beteiligen sich mit einem \u201eArbeitgeberanteil\u201c an diesen Kosten, so dass wir K\u00fcnstler nur mit einem \u201eArbeitnehmeranteil\u201c in der Pflicht sind.<\/p>\n<p>Das ist ein etwas verqueres Modell, denn ich k\u00f6nnte meinem Kunden die Kosten nat\u00fcrlich auch direkt einpreisen. Allerdings neigen Kulturschaffende leider dazu, ihre Leistung unter Marktwert anzubieten, weil uns das kreative Schaffen solche Freude macht oder das jeweilige Projekt so verlockend erscheint. Wir sind K\u00fcnstler, aber nicht immer \u00dcberlebensk\u00fcnstler.<\/p>\n<blockquote><p>Tipp 17 f\u00fcr angehende Literatur\u00fcbersetzer:<br \/>\nBei der KSK und bei der VG Wort anmelden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die <a title=\"VG Wort Homepage\" href=\"http:\/\/www.vgwort.de\/\" target=\"_blank\">Verwertungsgesellschaft Wort<\/a> (VG Wort) in M\u00fcnchen sorgt daf\u00fcr, dass Autoren und \u00dcbersetzer an der unbezahlten Verwertung ihrer Texte beteiligt werden, also zum Beispiel an der Ausleihe in Bibliotheken oder an Klicks im Internet. Die Aussch\u00fcttung kommt regelm\u00e4\u00dfig im Sp\u00e4tsommer und kann ein netter Urlaubszuschuss sein.<\/p>\n<p>Der Papierkrieg zu Beginn lohnt sich durchaus. Sp\u00e4ter kann man mit dem entsprechenden Passwort Texte online melden (T.O.M.-System).<\/p>\n<h3>Was bleibt unter dem Strich \u00fcbrig?<\/h3>\n<p>Was NACH Abzug von Betriebskosten, Krankenkassen- und Rentenbeitr\u00e4gen und Steuern noch \u00fcbrig bleibt, ist mein Verdienst als freiberufliche \u00dcbersetzerin. Also das, was bei Arbeitnehmern auf dem Konto landet. Stimmt\u2019s? Falsch! Arbeitnehmer bekommen ihr Geld auch bei Krankheit und im Urlaub &#8211; Freiberufler nicht!<\/p>\n<p>Arbeitnehmer zahlen in die Arbeitslosenversicherung ein &#8211; Freiberufler nicht! Daher muss ein Freiberufler ausreichende R\u00fccklagen f\u00fcr Auftragsflauten bilden (und die kommen zuverl\u00e4ssig!). Es winkt auch keine Betriebsrente, also muss man anderweitig f\u00fcr das Alter vorsorgen, zum Beispiel Wohneigentum, Aktien, Pflegeversicherung und so weiter. Gar nichts zu tun, w\u00e4re str\u00e4flicher Leichtsinn, sofern ich nicht die Gattin eines gut verdienenden Ehemanns bin oder ein dickes Erbe winkt.<\/p>\n<blockquote><p>Tipp 18 f\u00fcr angehende Literatur\u00fcbersetzer:<br \/>\nBeziehe bei der Honorarfindung alle oben genannten Punkte ein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nicht jeder hat die gleichen Anspr\u00fcche an das Leben. Aber Literatur\u00fcbersetzer sollten sich nicht auf eine prek\u00e4re Existenz einlassen, nur um B\u00fccher zu \u00fcbersetzen, von denen am Ende andere profitieren (Autoren, Agenten, Verleger, Lektoren, Buchh\u00e4ndler, Online-Buchh\u00e4ndler und nicht zuletzt die Leser). Und wer auf das Honorar finanziell nicht angewiesen ist, sollte seine Leistung aus den vorgenannten Gr\u00fcnden nicht unter Preis verscherbeln.<\/p>\n<p><em>Wie ein kostendeckendes Honorar f\u00fcr Buch\u00fcbersetzungen konkret kalkuliert wird, erkl\u00e4re ich im n\u00e4chsten Post dieser Reihe.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter den knapp 80 000 Titeln, die 2012 in Erstauflage auf den Buchmarkt kamen, waren laut Meldung des B\u00f6rsenblatts des Deutschen Buchhandels 10 862 \u00dcbersetzungen aus aller Herren L\u00e4nder. 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