{"id":140,"date":"2013-05-01T17:32:12","date_gmt":"2013-05-01T16:32:12","guid":{"rendered":"http:\/\/german-book-translator.de\/?p=140"},"modified":"2013-06-24T07:56:26","modified_gmt":"2013-06-24T06:56:26","slug":"bucher-ubersetzen-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.german-book-translator.de\/index.php\/bucher-ubersetzen-teil-2\/","title":{"rendered":"B\u00fccher \u00fcbersetzen &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><em>Das \u00dcbersetzen von B\u00fcchern gilt in Deutschland als k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit, und mit der Ver\u00f6ffentlichung ist ein eigenst\u00e4ndiges Urheberrecht verbunden. In diesem Beitrag geht es um das erforderliche R\u00fcstzeug f\u00fcr Literatur\u00fcbersetzer.<\/em><\/p>\n<h3><b>Teil 2: K\u00fcnstler, Handwerker oder Kunsthandwerker?<\/b><\/h3>\n<p>Eine gute Voraussetzung ist nat\u00fcrlich ein <strong>\u00dcbersetzerstudium<\/strong> mit dem Schwerpunkt <strong>Literatur<\/strong>, wie es beispielsweise an der <a title=\"Literatur\u00fcbersetzen mit Schwerpunkt Anglistik\/Romanistik, M\u00fcnchen\" href=\"http:\/\/www.uni-muenchen.de\/studium\/studienangebot\/studiengaenge\/studienfaecher\/literar_uebersetz\/master\/index.html \">Ludwig-Maximilian-Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/a> (auch f\u00fcr Quereinsteiger oder alte Hasen, 2 Semester) oder an der <a title=\"Literatur\u00fcbersetzen Studiengang D\u00fcsseldorf\" href=\"http:\/\/www.uni-duesseldorf.de\/home\/nc\/studium-und-lehre-an-der-hhu\/studium\/alle-studiengaenge-von-a-z\/studiengang-informationen\/studiengaenge\/literaturuebersetzen.html\">Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf <\/a>(grundst\u00e4ndiges Studium) angeboten wird.<!--more--><\/p>\n<p>Neben diesen stark spezialisierten Studieng\u00e4ngen funktioniert der Einstieg aber insbesondere in selteneren Sprachen auch \u00fcber ein allgemeines Sprachstudium, idealerweise in Kombination mit Germanistik. Unerl\u00e4sslich sind\u00a0<strong>solide Fremdsprachenkenntnisse<\/strong> (f\u00fcr Dialoge auch in m\u00fcndlicher Sprache und Dialekten!) sowie ein breites Wissen \u00fcber Literatur, Kultur, Geschichte, Politik und sonstige Aspekte.<\/p>\n<p>Idealerweise lernt man die fremde Kultur bei l\u00e4ngeren <strong>Auslandsaufenthalten<\/strong> so umfassend wie m\u00f6glich kennen. Den Auslandsaufenthalt bitte keinesfalls auf \u201esp\u00e4ter\u201c vertagen, sondern daf\u00fcr alle Hebel in Bewegung setzen, Stipendien beantragen und Austauschprogramme mit Partnerunis nutzen! Jede Gelegenheit, den eigenen Horizont zu erweitern, ist f\u00fcr Literatur\u00fcbersetzer Gold wert.<\/p>\n<p>Ich selbst habe mich w\u00e4hrend meines \u00dcbersetzerstudiums in Germersheim vor allem mit englischer Literatur auseinandergesetzt. Das Sahneh\u00e4ubchen war ein praktisch orientiertes Seminar bei der sehr engagierten Dozentin Signe R\u00fcttgers (unsere Team\u00fcbersetzung wurde bei Diogenes ver\u00f6ffentlicht), und als Diplomarbeit folgte die Analyse der damals aktuellen Roman\u00fcbersetzung von <em><strong>&#8222;The Clan of the Cave Bear&#8220;<\/strong> <\/em>, dem ersten Teil von Jean M. Auels international \u00fcberaus erfolgreichen, f\u00fcnfb\u00e4ndigen Steinzeitserie &#8211; ins Deutsche \u00fcbersetzt von Mechthild Sandberg: \u201eAyla und der Clan des B\u00e4ren\u201c; 1986 verfilmt mit Daryl Hannah. Damit f\u00fchlte ich mich zumindest theoretisch gut ger\u00fcstet, um <strong>Unterhaltungsliteratur<\/strong> zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n<blockquote><p><b>Tipp 4 f\u00fcr angehende Literatur\u00fcbersetzer:<\/b><\/p>\n<p><b>Den passenden Studiengang w\u00e4hlen.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<h3><b>Muttersprachliche Kompetenz<\/b><\/h3>\n<p>In Germersheim wurden alle Erstsemester auf ihre \u201emuttersprachliche Kompetenz\u201c gepr\u00fcft, was bei uns spontan viel Kopfsch\u00fctteln erzeugte. Anstatt Vokabeln in unseren Fremdsprachen paukten wir also zuallererst <strong>Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung in der eigenen Muttersprache<\/strong> und erwarben damit die unerl\u00e4ssliche Grundvoraussetzung f\u00fcr jeden, der professionell mit Sprache arbeiten will.<\/p>\n<p>Zum Training des eigenen Sprachgef\u00fchls empfiehlt sich, viel <strong>Literatur in der eigenen Sprache zu lesen<\/strong>, insbesondere von deutschen Autoren, aber auch \u00dcbersetzungen aus anderen Sprachr\u00e4umen. Nur so sind \u00dcbersetzer in der Lage, sprachlich aus dem Vollen zu sch\u00f6pfen, Nuancen zu \u00fcbertragen und dem Leser die jeweilige Story unter Einbeziehung von Kultur, Stilebene und Ausdrucksweise des Autors nahezubringen.<\/p>\n<p>Warum dar\u00fcber hinaus <strong>eigene Schreiberfahrung<\/strong> z\u00e4hlt und wie man sie sich aneignet, wird sp\u00e4ter in einem separaten Post behandelt.<\/p>\n<blockquote><p><b>Tipp 5 f\u00fcr angehende Literatur\u00fcbersetzer:<\/b><\/p>\n<p><b>Perfektion im Umgang mit der eigenen Muttersprache anstreben.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<h3><b style=\"color: #151515;\">Der handwerkliche Aspekt<\/b><\/h3>\n<p>Lerne 10-Finger-Schreiben. Blind, fehlerlos und in sauberer Arbeitshaltung! Manche Profis schw\u00f6ren auf Diktierprogramme, insbesondere auf das <strong>Spracherkennungsprogramm <a title=\"Dragon Spracherkennung von Nuance\" href=\"http:\/\/www.nuance.de\/for-individuals\/by-product\/dragon-for-pc\/index.htm\">Dragon<\/a><\/strong> von Nuance. Ich selbst konnte mich damit bisher nicht anfreunden, weil ich das Gef\u00fchl habe, \u201e\u00fcber die H\u00e4nde\u201c zu formulieren. Aber Diktierprogramme schonen Schulterg\u00fcrtel und Sehnenscheiden, klassische Schwachpunkte f\u00fcr die Zunft der \u00dcbersetzer, die mitunter den Umstieg auf derartige Programme erzwingen.<\/p>\n<p>Ein Computer mit g\u00e4ngiger Textverarbeitung, Internetzugang und mehreren Bildschirmen (f\u00fcr Ausgangs- und Zieltext, Recherchen und Glossare) geh\u00f6ren ebenso zur professionellen Ausstattung wie die Rechtschreibkorrektur \u2013 Standard ist immer noch die neueste Version des Duden.<\/p>\n<blockquote><p><b>Tipp 6 f\u00fcr angehende Literatur\u00fcbersetzer:<\/b><\/p>\n<p><b>10-Finger-Schreiben lernen und nicht bei der Software sparen.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p>CAT-Programme f\u00fcr die <strong>computergest\u00fctzte \u00dcbersetzung<\/strong> k\u00f6nnen zwar davor bewahren, auf 400 Seiten Text mal einen Satz zu \u00fcbersehen, st\u00f6ren aber meiner Erfahrung nach den nat\u00fcrlichen Textfluss. In der Literatur\u00fcbersetzung, wo es um kreatives, fl\u00fcssiges Formulieren geht, sind solche Programme in der Regel kontraproduktiv.<\/p>\n<p>Welche <strong>Hilfsmittel<\/strong> neben dem Duden hilfreich sind, wie man sich mit <strong>Kollegen<\/strong> vernetzen kann und wo es <strong>Fortbildungen<\/strong> gibt, kl\u00e4ren wir in sp\u00e4teren Beitr\u00e4gen.<\/p>\n<p><em>Waren diese Tipps hilfreich? Die Serie wird fortgesetzt \u2013 immer im Wechsel mit Lesetipps und aktuellen Meldungen aus der \u00dcbersetzerwelt.<\/em><em> Aktuelle Hinweise auf \u00c4nderungen bei der Ausbildungssituation sind willkommen. Alle Posts dieser Serie findet ihr mit dem Stichwort &#8222;B\u00fccher \u00fcbersetzen&#8220; (oder die entsprechende Kategorie anklicken).<\/em><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/d157aa494ccb41e4b2139863da392286\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u00dcbersetzen von B\u00fcchern gilt in Deutschland als k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit, und mit der Ver\u00f6ffentlichung ist ein eigenst\u00e4ndiges Urheberrecht verbunden. In diesem Beitrag geht es um das erforderliche R\u00fcstzeug f\u00fcr Literatur\u00fcbersetzer. Teil 2: K\u00fcnstler, Handwerker oder Kunsthandwerker? 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